step silence

Heribert Friedl
2003, Austria, 16’06’’, CD-Rom
(nonvisualobjects_series_03)


www.nonvisualobjects.com

commissioned by in_between,
www.inbetween.at

Ausgangspunkt der Arbeit ist die fragmentarische Stiege im Eingang der Galerie. Die Stiege und das Stiegenhaus, welche einerseits teilweise zerstört wurden und andererseits in eine Wohnung (Hausmeister) umgewandelt wurde, wo jetzt die kArton gallery ihren Sitz hat, werden mit Hilfe einer bearbeiteten Klanglandschaft visualisiert. Mit dieser Klanginstallation soll nun ein Offenlegen, ein Sichtbarmachen der teils verborgenen, "sichtbaren" Realität der Stiege, des Raumes, bzw. des Stiegenhaus-Raumes vollzogen werden. Das Fragment der Stiege berichtet eben nur teilweise über die Historie des Raumes. Dieses visuelle Zitat, mit all der Geschichte, den Klängen, den Geräuschen wird nun als Grundsubstanz für die eigentliche künstlerische, klangliche Arbeit verwendet. Das fertige klangliche Produkt dient nicht nur als Indikator des Hier und Jetzt, sondern auch als Katalysator für Erinnerungen und Erfahrungen.

Das Stiegenhaus, eine Schnittstelle zwischen Privat und Öffentlichkeit, ist auch als so genannter Schwellenraum anzusehen. Die ganze "Rhythmik" des Stiegenhauses, die Akustik wird als verwertbares Produkt für die Installation eingesetzt. Es sind großteils täglich die gleichen rhythmisierten Handlungen welche mit ganz bestimmten Klängen verbunden sind, die das Stiegenhaus bespielen. (in der Früh das Weggehen zur Arbeit – zu Mittag zum Essen Wiederkommen – am Abend das Nachhausekommen). Und dazwischen immer wieder Ruhe – Stille. Türzuschlagen, Schritte, kurze Dialoge mit dem Nachbarn, Klänge vom Privatraum werden durch die Stiegenhausakustik nur mehr als Klangschwall wahrgenommen, der sich in der Unendlichkeit des Raumes verliert.

Ein Privatisieren der Öffentlichkeit und umgekehrt findet statt. Gespräche zwischen Tür und Angel bzw. im Stiegenhaus. Passanten kommen vorbei und nehmen an dem Gespräch direkt oder indirekt teil. Türen schlagen zu. Stille.

Das Layersystem der Ausstellung selbst wird in der Klangarbeit konsequent fortgeführt. Es entsteht ein Konglomerat aus Sprache, Geräusch, Klang und Raum.

Heribert Friedl
sound installation
e 12